Im Elterncafé der Wilhelm-Raabe-Schule

Bericht über die Arbeit des Elterncafés in der Wilhelm-Raabe-Schule

 

Seit dem 02.02. 2011 arbeitet in der Wilhelm-Raabe-Schule das „Elterncafé“ für Migranten, ein Treffpunkt für Eltern verschiedener Nationalitäten(türkisch, polnisch, syrisch, somalisch, algerisch, marokkanisch, bulgarisch, weißrussisch u.a.), Lehrer und Mitglieder der Schulleitung. Hier finden in lockerer, gemütlicher Atmosphäre Besprechungen und Beratungen statt, sowie Lebens- und Erziehungshilfen. Die Unterstützung erfolgt mit Erfahrung und Herz. Das ist eine gute Gelegenheit, die Eltern mit Migrationshintergrund zu erreichen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre Ziele und Visionen in den verschiedenen Bereichen zu verwirklichen und sich für die Schule einzubringen.

Aktuell besuchen das Elterncafé 15-18 Gäste pro Woche. Das Elterncafé leiten pädagogische Honorarkräfte: Frau Feldmanne-Millere (Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr, ist für die Organisation von den Aktivitäten und Projekten im Elterncafé zuständig), Frau Schneider (St. Anerk. Sozialpädagogin, ist für Projektentwicklung, sozialpädagogische und bedarfsorientierte Beratung, Arbeit mit Trauma zuständig).

Die Teilnehmerinnen des Elterncafés engagieren sich gern für die verschiedenen Aktivitäten wie, z.B.: Übersetzung, Beratung aus eigener Erfahrung, Terminvereinbarung und Begleitung zu Ämtern, Kinderbetreuung u.a..

Das „Elterncafé“ ist ein gemeinsames Projekt der Wilhelm-Raabe-Schule und des Caritasverbandes. Es wurde als niedrigschwellige Beratungsstelle und als Hilfe für Eltern mit Migrationshintergrund organisiert und orientiert sich an den Bedürfnissen der Eltern und ihrer Kinder.

Tiefergehender Beratungsbedarf wird in Zusammenarbeit mit Herrn Senski/Caritas abgedeckt.

Die inhaltliche Arbeit ist an den Bedürfnissen der teilnehmenden Eltern ausgerichtet. Entsprechend den Umfrageergebnissen bei den Eltern wurden folgende Arbeitsrichtungen bestimmt und durchgeführt.

Kulturbilder“

Die Teilnehmerinnen haben mit Fotos und Bildern ihr Heimatland präsentiert. So konnten sie sich besser kennenlernen. Sie erfuhren etwas über das Leben der Anderen in deren Heimatländern, die anderen Kulturen, die Sitten und Gebräuche und sie konnten die nationalen Gerichte probieren.

Deutsch-Sprachförderung

Alle Gespräche im „Elterncafé“ werden auf Deutsch geführt, damit die Eltern ihre Sprachkenntnisse verbessern. Hierzu werden auch Spielmethoden eingesetzt. Zum Beispiel: “Wir fahren in Urlaub, was packen wir in unseren Koffer ein“. Jeder muss einige Gegenstände nennen. Das Sprachniveau ist bei den Teilnehmern sehr unterschiedlich, deswegen nutzen wir von Fall zu Fall verschiedene praktische Methoden und Tipps zur Sprachentwicklung unter dem Motto: “Sprache ist wie ein Pferd: beherrsche und herrsche!“

 

Bedarfsorientierte Beratung und Begleitung

Die Eltern haben unterschiedliche Migrationshintergründe.

Damit sie sich gut und sicher in verschiedenen Konfliktsituationen fühlen, wurde über Erfahrungen mit Behörden diskutiert. Sie erhielten Informationen zu der Ausländer- und Sozialbehörde sowie Migrationsberatung. Bei Bedarf wurde auch Ausfüllhilfe bei Antragstellung sowie Hilfe bei unklaren Bewilligungsbescheiden geleistet.

Weitere Schwerpunkte waren hier:

  • Umgang mit schwierigen Situationen

  • Ausbildung- und Arbeitsuche

  • Beratung “Angebote und professionelle Hilfen“

  • Unterstützung bei der Vorbereitung der Unterlagen,

  • Terminvereinbarung und Begleitung

Es gab in diesem Jahr auch spezifische Anfragen wie: Anerkennung von ausländischen Diplomen und Businessplanerstellung. Wir beraten die Eltern im Rahmen unserer Kompetenzen und vermitteln zu den fachlichen Beratungsstellen wie Caritas, Jobcenter, IHK Braunschweig usw..

Hilfestellung bei der Arbeitssuche, Bewerbungstraining

Im „Elterncafé“ wird Unterstützung bei Erstellung von Bewerbungsunterlagen und bei der Arbeitssuche gewährt. Bei vier Eltern wurden die Bewerbungsunterlagen vorbereitet. Zwei Personen haben inzwischen Arbeitsstellen gefunden.

 

Vorbereitung auf die Schule und Stärkung der Elternkompetenz

„Wie kann ich mein Kind am besten auf die Schule vorbereiten?“ Diese Frage stellen viele Eltern.

Dazu betrachten wir die verschiedenen Vorbereitungsaspekte wie: intellektuelle, soziale, psychische, physische, geistliche Vorbereitung für die Schule. Im Rahmen eines Seminars versuchen wir diese Begriffe spielerisch und praktisch lebendig zu machen. Die Eltern bekommen eine Spielsammlung in der Mappe, die ihnen hilft, ihre Kinder zu Hause zu fördern, -  locker und mit Spaß.

Für dieses Jahr sind schon - wie zuvor - folgende thematische Besprechungen geplant:

  • Schulfähigkeit und Schulvorbereitung

  • Erziehungsprinzipien und -methoden

  • Entwicklung der Kinder spielerisch fördern. Praktische Übungen

  • Aktivitäten für die Kinder

  • Treffen mit der Schulleitung : „Ganztagsschule“, „Schulvorbereitung“, “Deutschförderung“

  • Bücherausstellungen: „Vorbereitung auf die Schule“, „Wissenschaft für Kinder“, „Entwicklungspsychologie“, „Entwicklungsförderung“.

Unterstützung bei psychologischen Problemen

Psychologische Aspekte spielen eine große Rolle bei der Vorbereitung der Kinder auf die Schule. Die psychologischen Voraussetzungen für die Entwicklung der Kinder (die richtige Zeit und Dauer von sensitiven Perioden der Entwicklung von Denkfähigkeit, Gedächtnis, Rede und anderen psychischen Prozessen) sind sehr wichtig bei der Organisation des pädagogischen Prozesses.

Mit Hilfe von vielfältigen spielerischen Methoden können die Eltern zu Hause leicht und schnell die Entwicklung von ihren Kindern fördern. Im „Elterncafé“ besprechen wir Themen wie:

  • Entwicklungspsychologie

  • Psychologische Krisen der Entwicklung

  • Psychologische Aspekte der Schulvorbereitung

 

Nach den Bedürfnissen der Eltern wurden folgende thematische Besprechungen durchgeführt:

  • „Wenn die Kinder trotzen“

  • „Aggression bei Kindern“

  • „Positive Einstellungen“

  • „Welche Werte hat mein Kind“

  • „Grobmotorik und Gleichgewicht“

  • „Entwicklung der Rede“

Im Rahmen des Elterncafe´ im vergangenen Jahr wurden folgende neue Projekte organisiert und durchgeführt:

 

Gesundheitslotsen“

Das Seminar dauerte 2 Tage und wurde von Frau Erden durchgeführt. Die thematischen Richtungen waren: “Sucht in der Familie“ und „ Gesunde Ernährung der Kinder“

 

Spieltag für dir Kinder“ in Börsum

Ein gemeinsames Projekt von dem Schlossgymnasium, Jugendzentrum und Elterncafé wurde von der Lehrerin Frau Scheinhütte (Schlossgymnasium), Herrn Ziebarth (Jugendzentrum) und Frau Feldmanne-Millere (Elterncafe) geleitet. Das Projekt, an dem 13 Kindern mit Migrationshintergrund teilgenommen haben, haben Schülerinnen des Gymnasium erfolgreich durgeführt. Nach dem wunderschönen und erlebnisreichen Tag waren die Kinder ein bisschen müde, aber sehr froh und begeistert.

 

Aktivitäten für Kinder

In gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee werden die Angebote für die Kindesentwicklung, Freizeitangebote, Sport und Spaßangeboten in den verschiedenen Vereinen und Zentren der Stadt (EFB, MTV, Schwimmbad, Musikschule u a.) besprochen. Die Eltern selbst bringen viel Erfahrung mit und können durch eigene Erfahrungen erklären, wo es gut und günstig ist. Information zu einigen wichtigen Themen, die im „Elterncafé“ besprochen wurden, haben auch die Eltern erhalten, die nicht zum „Elterncafé“ kommen, aber zur Frühsprachfördergruppe gehören.

Zum Abschluss des Schuljahres wird eine Mappe „Fit für die Schule“ jeder Familie mit Kindern in der Frühsprachförderung (auch den, die das „Elterncafé“ nicht besuchen) überreicht. Mit dieser Mappe bekommen Eltern wichtige Informationen zur Schulvorbereitung und praktische Spiele mit den Kindern. Es ist eine Unterstützung zur die Entwicklung wichtiger Schulfähigkeiten und -fertigkeiten.

 

Kinderbetreuung

Die Eltern kommen oft mit den kleinen Kindern zusammen. Deswegen wurde im Raum eine Spielzone für kleine Besucher organisiert, da können sie sich mit Spielzeug und den verschiedenen Entwicklungsmaterialien beschäftigen. Es gibt auch engagierte pädagogische Kräfte für die Kinderbetreuung.

Die meisten Eltern engagieren sich für die Schule. So wurden bei den gemeinsamen Besprechungen neue Projekte geboren, die die „Elterncafé“ - Besucherinnen übernehmen.

 

Internationale Küche“

Kochen macht Spaß! Viele Frauen kochen gern und haben ihre besonderen nationalen Lieblingsgerichte. In Rahmen des Projektes “Internationale Küche“ haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, die besten nationalen Rezepte zu präsentieren und auszutauschen. Sie können gemeinsam kochen, backen, genießen und außerdem ihre Deutschkenntnisse leicht und effektiv verbessern. Eine engagierte Teilnehmerin übernimmt einmal pro Woche die Leitung und organisiert diese Arbeit. Die Frauen organisieren gern Frauenfrühstücke. In diesem Jahr möchten wir ein Buch „Internationale Küche“ entwerfen, in dem die besten nationalen Gerichte aus den verschiedenen Kulturen vorgestellt werden.

 

Club „Expert“

Jede Familie hat besondere Erfahrung. In jeder Familie gibt es einen oder mehrere „Experten“, Fachmann oder Fachfrau, die Ihre Erfahrungen aus den verschiedenen Gebieten der Elternkompetenz mitteilen können und wollen. Der Club „EXPERT“ bietet eine gute Möglichkeit zur Kommunikation, zum Austausch und zum elterlichen Engagement. Berichte von den Eltern im vergangenen Jahr waren: „Soziale Kompetenz und Lösungsorientierte Spiele für die Kinder“, „Freizeitaktivitäten“. Die Eltern teilen ihre Erfahrungen gerne mit anderen Besuchern des „Elterncafé‘“.

 

Neue Projekte für die Asylbewerber (2015)

  1. Projekt „ Integration für die Asylbewerber“

Arbeitsrichtungen:

  • Migrationsberatung, Asylverfahren, bedarfsorientierte Beratung (Herr Senski, Frau Kurzrock/DW, Frau Schneider)

  • Ressourcenorientierte Beratung, „Trauma kreativ bearbeiten“, Kunsttherapieansätze: Aufstellungsarbeit, Kunsttherapie(Musik, Meditation, Malen, Sandarbeit/Frau Schneider)

  • Deutschförderung mit Spaß (Frau Feldmanne-Millere)

10-Tage-Modell“: thematische Tagungen mit der Einladung von Referenten

Tag 1: Asyl: Meine Rechte und Möglichkeiten (Frau Kurzrock, Diakonie, Wolfenbüttel)

Tag 2: Selbsthilfegruppe: Erfahrungen austauschen (Frau Feldmanne-Millere)

Tag 3: Erzählcafe: „Mein Weg nach Deutschland“ (Präsentation mit Fotos, Bildern). Ziel: Erfahrungen austauschen, Ermutigung der Teilnehmerinnen. (Frau Schaper/Bibliothek Wolfenbüttel. Ort: evtl. Bibliothek, Wolfenbüttel.

Tag 4: Bildungsberatung: meine Chancen und Möglichkeiten in Deutschland (Frau Schwarzbach, Bildungsberatung, Braunschweig)

Tag 5: Arbeitssuche und die Arbeitsgelegenheiten für die Asylbewerber (Herr Wolde-Georgis, Refugium, Braunschweig)

Tag 6: Hilfeleistungen für die Asylbewerber in Deutschland (Julia Krawczyk, Asylberatung, Rathaus, Braunschweig)

Tag 7: Schulsystem in Deutschland (Frau Brakman-Dymke, Stelvertrettende Leiterin der W-R-Schule )

Tag 8: Anerkennungsberatung für die betroffenen Teilnehmer(Frau Kolle, Jobcenter, Wolfsburg)

Tag 9: Integrationsprojekte für Migranten (Herr Stutzer und Frau Haberlah, AWO Braunschweig)

Tag 10: „Unsere Projekte und Aktivitäten“(Frau Klinge, Frau Rippke, Evangelische Familien-Bildungsstätte)

Außerdem, wir schlagen vor:

Einzelberatung bedürfnisorientiert, Bewerbungsberatung, Unterlagenvorbereitung, Arbeitssuche, die Unterstützung der Asylbewerber bei den verschiedenen Angelegenheiten und Begleitung zu den Ämtern durch die engagierte kurdisch- und algerisch sprechende Kräfte vom Elterncafé.

In der Regel aktivieren sich die Teilnehmer für die verschiedene Tätigkeiten beim Elterncafé selbst. Wir motivieren die Besucher, ihre eigenen Potentiale und Talente zu aktivieren und für die anderen einzusetzen. Wir motivieren die Gäste sich für Interessentreffen zu engagieren, wie z.B. „Zusammen Kochen“, „Hilfepartner: Austausch von Hilfeleistungen zwischen den Teilnehmern“, „ Frauenfitness“, „Nähen zusammen“(Frau Orlov), „Reisen zusammen“(Frau Chafika) u.a..

 

  1. Projekt „Integration für Asylkinder und -jugendliche in Wolfenbüttel“

Das Projekt orientiert sich an neuangekommenen Kindern und Jugendlichen aus Syrien(Asylbewerber) und wird von den zwei engagierten Kräfte (Teilnehmerinnen des Elterncafés) geplant. Die Idee des Projektes wurde von der Frau Hussein (Asylverfahren, vierjährige pädagogische Erfahrung, Sprachen: Algerisch, Kurdisch, Deutsch) und Frau Chafika (Erziehungserfahrung, Reisenorganisation, Deutsch, Französisch, Algerisch) vorgeschlagen und entwickelt. Die neukommenden Kinder und Jugendliche, die aus den Kriegsländern kommen, haben mehrere Probleme und Bedürfnisse: Trauma, Integration in die Gesellschaft, Deutsch, Schulische Leistungen, Hausaufgaben, finanzielle und familiäre Probleme, Umgang mit Behörden u.a.. Deswegen planen wir eine bedürfnisorientierte Beratung und nötige Hilfen vom Elterncafé nicht nur in Deutsch, sondern auch in ihrer Muttersprachen zu organisieren.

Die Arbeitsrichtungen sind:

• Deutschsprachförderung und Hausaufgabehilfe

• Treffen mit zuständigen Asylberatern: Frau Kurzrock, Herr Wolde-Georgis, Frau Krawczyk

• Integrierung in die deutsche Kultur: Stadtrundgänge und Reisen

• Bedürfnisorientierte Beratung, Unterlagenausfüllung und Begleitung zu Ämtern

• Gemeinsames Kochen

• Musik- und Sportaktivitäten

und werden gemeinsam mit den anderen Beratungsstellen wie z.B. Caritas, Freiwillige Agentur, EFB, Kinder- und Familienzentrum Karlstraße, Theater, Bibliothek u.a. geplant. Für die Projektbegleiterinnen werden spezielle thematische Schulungen wie z.B.: „Asylrecht und -beratung“ (Frau Kurzrock, Diakonie, Wolfenbüttel), „Amtswege und zuständige Behörden für Migranten“ (Herr Senski, Caritas), „Besonderheiten der Arbeit mit traumatisierten Menschen“, „Projektentwicklung“ (Frau Schneider), „Integration gemeinsam: „Angebote für soziale Aktivitäten für Kinder und Jugendlichen in Wolfenbüttel“ sowie andere Themen nach Bedarf organisiert.

Frau Orlov, pädagogische Kraft und Teilnehmerin des Elterncafés macht zurzeit ein Praktikum als Assistentin im „Elterncafé“. Sie beschäftigt sich vorwiegend mit Getränkeverteilung, thematischen und individuellen Gesprächen sowie Kinderbetreuung. Zurzeit macht sie die Anerkennung von ihrem in Kasachstan erworbenen Diplom in ihrer pädagogischen Ausbildung und beabsichtigt ab 09.2015 bei der Ostfalia Fachhochschule zu studieren. Langfristig werden bestimmte Richtlinien ihrer Arbeit im Projekt entwickelt und zum 09.2015 wird sie, wahrscheinlich, die Leitung des „Elterncafés“ übernehmen.

 

Das Elterncafé der Wilhelm-Raabe-Schule ist geöffnet am:

Dienstag 7.45 - 9:30 Uhr

Mittwoch 7.45 - 9:30 Uhr

Donnerstag 8:30 - 9:30 Uhr

Freitag 7:45 - 9.30 Uhr

 

Das Elterncafe´ lädt herzlich die neue Gäste und Partner ein, ist für  neue gemeinsame Projekte offen und ist für neue Herausforderungen bereit.

(April 2015)