Schüler entwarfen Spielplatzmodelle

An der Wilhelm-Raabe-Schule nahmen zehn Klassen die Schulhofgestaltung selbst in die Hand

Von Karl-Ernst Hueske

WOLFENBÜTTEL. Schulleiterin Jutta Guttropf war ganz begeistert. Und mit ihr die Jury, die über die Gestaltungspläne von Grundschülern für die Nutzung einer freien Fläche auf dem Schulhof der Wilhelm-Raabe-Schule zu entscheiden hatte.

Der abgängige Bürocontainer des Arbeitskreises Musik in der Jugend auf dem Schulgelände der Wilhelm-Raabe-Schule. wurde vor einigen Wochen abgerissen. Auf der freien Fläche sollte zunächst ein Pony eine kleine Wiese erhalten. Dann kam jedoch schnell die Idee, so Guttropf, die Fläche für einen Spielplatz zu nutzen.

Auf der Gesamtkonferenz der Schule im September erfolgte der Beschluss, die Kinder der ersten bis fünften Klassen aktiv in die Planung einzubeziehen und dadurch an "demokratische Entscheidungsprozesse heranzuführen", so die Schulleiterin.

In den Klassen der Raabe-Schule wurde zunächst darüber diskutiert, wie ein schönes Spielplatz für Kinder aussehen könnte. Im Kunstunterricht wurden Bilder von Traumspielplätzen gemalt. Eine Liste mit den meist gewünschten Spielgeräten und Spielangeboten wurde erstellt. Die Schüler durften sich per Klebepunkt für ihre Favoriten aussprechen. Ganz vorne landeten ein Trampolin und ein Baumkletterhaus.

Eine Liste mit den zehn meist gewünschten Geräten wurde erstellt und den Klassen als Planungsgrundlage übermittelt.

In zehn Klassen wurden daraufhin Pläne erstellt und Modelle gebaut. Diese Modelle wurden am gestrigen Vormittag von einer Jury bewertet. "Die Gruppen erfüllten alle gestellten Kriterien", stellte Jurymitglied Heidi Poth fest. Und sie hatten darüber hinaus auch noch sehr viel Kreativität und Phantasie bei der Gestaltung der Modelle bewiesen, lobte die Schulleiterin. Da wurden zum Beispiel zusätzlich unterirdische Tunnel zum Krabbeln angelegt, eine Rutsche durch eine Röhre geführt, eine Ausleihstelle für Spielgeräte hinzugefügt sowie Hängematten installiert.

An der Auswahl der besten Modelle beteiligte sich auch die Hauptschüler Leon Hennig, Chantal Zeperl, Merle Wrede und Sümeyye Yalcin. Nach kurzer Beratung musste die Jury feststellen: "Eigentlich sind alle Sieger." Das Preisgeld wurde deshalb unter allen zehn Klassen aufgeteilt. Außerdem bekamen die Klassen Urkunden und Gummibärchen.

Nun sucht die Schule Sponsoren für die Umsetzung des Spielplatzes. Insgesamt wird er wohl 20000Euro kosten, meinte Poth. Der Förderverein der Schule sagte durch Jurymitglied Alexandra Tomerius bereits seine Unterstützung zu. "Wir brauchen aber noch weitere Unterstützer", erklärte Jutta Guttropf.

Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel: 18. Februar 2012, Wolfenbüttel Lokales, Seite L59

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