Schule und Hund: Risiken für die Gesundheit

Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes hat sich in Heft 19 mit der "Heimtierhaltung - Chancen und Risiken für die Gesundheit" auseinandergesetzt.

Die Autoren sind Albert Weber und Andreas Schwarzkopf; der Herausgeber ist das Robert Koch- Institut.

Hier wurde versucht die Risiken des Hundes für die Gesundheit der Schüler und Lehrer zusammenzufassen und Präventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Generell ist die Tierhaltung in Einrichtungen des Gesundheitsdienstes nicht verboten.

Es gibt keine bundesweit gültigen, sondern nur regionale Empfehlungen.

Die Infektionsprävention wird in Deutschland durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG) § 36 gefordert.

Die Ängste in Bezug auf den Umgang mit Tieren beziehen sich besonders auf Hygieneprobleme und Infektions- und Verletzungsgefahren.

Durch das Zusammenleben von Mensch und Hund entwickelt sich jedoch eine Gemeinschaftsflora, die auch einen Beitrag zur körpereigenen Abwehr leistet.

Auch das Auslösen oder Verschlimmern allergischer Reaktionen durch Tierhaare, Hautschuppen, Speichelanteile oder gelegentlich Urinbestandteile ist immer zu berücksichtigen.

Bei stark allergischen Menschen können auch indirekte Kontakte zu Beschwerden führen.

 

2. Zoonosen

Zoonosen sind vom Tier auf Menschen übertragbare Infektionen bzw. Infektionskrankheiten.

Sie werden über direkten Kontakt durch streicheln, küssen, lecken, beißen oder kratzen übertragen.

Die Übertragung von Erregern auf Lebensmittel kann zu Infektionen oder Vergiftungen führen.

Unfälle und Verletzungen beim Umgang mit Hunden können selbst beim gutmütigsten Tier nicht ausgeschlossen werden. Man unterscheidet vier verschiedene Zoonosen:

 

A. Virusbedingte Zoonosen:

 

Tollwut (meldepflichtig)
Übertragung durch Hunde, Katzen, Füchse
Die vorbeugende Tollwutimpfung schützt auch die Menschen.

 

B. Bakterienbedingte Zoonosen

 

Campylobakteriose (meldepflichtig)
Übertragung durch Hunde und Katzen
Durchfallerkrankungen auch beim Menschen ( in Großbrit. 5% auf mutmaßl. Kontakt mit Hunden zurückgeführt; bes. Gefährdung von Kleinkindern durch Welpen)
Befallsrate bei erw. Hunden ca. 50%; bei Hunden in Privathaushalten weniger
Hände waschen

 

EHEC (meldepflichtig)
Übertragung überwiegend durch Kälber und Rohmilchverzehr evtl. durch Hunde und Katzen
Hunde und Katzen haben als direkte Ansteckungsquelle für den Menschen nur eine untergeordnete Rolle

 

Salmonellose (meldepflichtig)
Übertragung durch Hunde, Katzen und Reptilien
10% aller menschlichen Salmonellen-Erkrankungen sind auf Hunde, Katzen und besonders auf Reptilien zurückzuführen
Sterilisiertes Fertigfutter weist nur sehr selten Salmonellen auf.

 

Tuberkulose (meldepflichtig)
Übertragung selten durch Hunde, Katzen etc.
äußerst selten - wahrscheinlich Übertragung vom Menschen auf das Tier.

 

Pasteurellose
Übertragung durch Hunde und Katzen
Nach Hundebissen kann in ca. 5% eine Infektion mit Pasteurellen auftreten.
Wunddesinfektion

 

C. Parasitenbedingte Zoonosen

 

Crypzosporidiose (meldepflichtig)
Übertragung durch Hunde und Katzen
Ansteckung des Menschen durch orale Aufnahme
Nachweisrate in Hundekot 0% - 1,3%
Hände waschen

 

Giardiose (meldepflichtig)
Übertragung vor allem durch Hunde und Katzen
Ansteckung des Menschen durch orale Aufnahme
Nachweisrate in Hundekot 4 - 9% bei Welpen bis 20%
Hände waschen

 

Alveoläre Echinokokkose (Fuchsbandwurm) (meldepflichtig)
Übertragung durch Hunde, Katzen und Füchse
Ansteckung des Menschen durch orale Aufnahme
1 - 6% der Hunde (vor allem streunende) infiziert
regelmäßige Wurmkur

 

Zystische Echinokokkose (Hundebandwurm) (meldepflichtig)
Übertragung durch Hunde und Katzen
Ansteckung des Menschen durch orale Aufnahme
Kann lebensbedrohlich sein!
regelmäßige Wurmkur

 

Toxocariasis (Spulwurm)
Übertragung durch Hunde und Katzen
Erkrankungen beim Menschen symptomlos oder wird nicht erkannt!
5 - 21% der Hunde in Privathaushalten befallen
regelmäßige Wurmkur

 

D. Pilzbedingte Zoonosen 

 

Mikrosporie
Übertragung besonders durch Hunde und Katzen
Pilzbedingte Hautveränderung bei Hunden zu 20 - 50% Mikrosporie
Auch bei Kindern häufig nachgewiesen
Hände waschen

Trichophytie
Übertragung durch Hunde und viele andere Tiere
Bei 20% der erkrankten Menschen lässt sich die Übertragung durch Tiere nachweisen; sehr selten durch erkrankte Hunde
Hände waschen


 


 

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Infektionsprävention im Umgang mit dem Hund zweigleisig erfolgen sollte:

 

1) Gesundheitsfürsorge für das Tier

  • Der Hund muss artgerecht versorgt und gepflegt werden 

  • Regelmäßiges Gesundheitsattest des Tierarztes

  • Er muss regelmäßig gegen Tollwut geimpft werden

  • Er muss regelmäßig entwurmt werden (Entwurmungsprotokoll)

  • Ektoparasiten (Flöhe, Zecken, Läuse, Milben) müssen zeitnah entfernt werden

2) Schulung und Verhalten der Menschen

  • Rücksichtsvoller und artgerechter Umgang mit dem Hund um Kratz- und Bisswunden zu vermeiden (ggf. Desinfektion)

  • Hände regelmäßig, besonders vor der Nahrungsaufnahme und nach der Kotbeseitigung, waschen

  • Der Hund darf keinen Zugang zur Küche erhalten

  • Der Kontakt des Hundes zu Menschen mit allergischen Reaktionen ist zu vermeiden

  • Das Thema Allergie spielt bei Gegnern des Einsatzes von Hunden in der Schule immer wieder eine große Rolle. Es zeigt sich aber, dass bei Schülern, die angeblich allergisch auf Hunde reagieren, häufig kaum Reaktionen festzustellen sind. Trotzdem muss dieser Punkt immer gut abgeklärt sein, da es evtl. auch zu lebensbedrohenden Reaktionen kommen kann. Deshalb muss er auch im Hygieneplan Beachtung finden.

  • Allergische Reaktionen können durch Tierhaare, Speichelbestandteile, Hautschuppen oder Urinbestandteile ausgelöst werden. Dabei lösen Nagetiere und Katzen wesentlich häufiger Allergien aus als Hunde.

  • Nach einer Studie mit über 25.000 Jugendlichen im Alter von 12-14 Jahren in Großbritannien liegt das Risiko allergischer Reaktionen auf Tiere allgemein bei ca. 5%. In Leipzig ist in mehr als zehn Jahren tiergestützter Therapie mit 300 PatientInnen in der kinderpsychiatrischen Klinik bislang kein Fall einer allergischen Reaktion nach Tierkontakt aufgetreten.

  • Manchmal reicht es schon, wenn die Schüler keinen direkten Körperkontakt mit dem Hund aufnehmen. Der Hund kann auch regelmäßig mit Allerpet/d behandelt werden. Dieses Mittel ist für das Tier unschädlich, verhindert aber beim Menschen allergische Reaktionen! Es wird in der Regel einmal wöchentlich auf das Fell des Hundes aufgetragen.


 

Hygieneplan der Wilhelm-Raabe-Schule für die Schulhündin „Amy“



 

1. Einleitung

Die Schulhündin Amy wird zur Tiergestützten Pädagogik an der Schule eingesetzt, um die Arbeit der Lehrer u. a. in den Bereichen Emotionalität und Sozialverhalten, Lern- und Arbeitsverhalten, Sprache und Kommunikation zu unterstützen. Der Hygieneplan hat das Ziel, eine mögliche Infektionsübertragung vom Hund auf den Menschen und umgekehrt zu minimieren.

2. Ansprechpartner

Claudia Schneider

Schlesierweg 20, 38315 Gielde

Telefonnummer: 05339/9281481

e-mail: claumichschn@tele2.de

3. Rechtsgrundlagen

§36 Infektionsschutzgesetz BGV C8

4. Dokumentation zum Tier

Die Schulhündin Amy wurde u. a. auch danach ausgesucht, dass Verletzungen der Schüler weitgehend auszuschließen sind. Sie ist ruhig und aggressionslos und zieht sich in Bedrängnis sowie Stresssituationen zurück.

Frau Schneider hat mit ihr die Hundeschule: DOGSS in Bad Harzburg zum „Grundgehorsam“ sowie eine Ausbildung zum „Berufsbegleithund“ besucht. Alle Schüler werden immer wieder darin trainiert, adäquat auf den Hund zuzugehen, den artgerechten Umgang zu erlernen und seine Körpersprache richtig zu deuten.

Folgende Unterlagen vom Schulhund sind stets einzusehen:

  • Tierärztliches Gesundheitsattest

  • Impfausweis

  • Entwurmungsprotokoll

  • Versicherungsnachweis


 


 

5. Zugangsbeschränkung

Der Hund erhält keinen Zugang zur Schulküche und Sanitärräumen. Der Kontakt mit Schülern mit bekannter Hundeallergie wird vermieden.

6. Anforderungen an die Tierpflege

Der Hund ist privat in die Familie mit 3 Kindern von Frau Schneider integriert. Sie lebt dort im Haus, nicht im Zwinger und wird artgerecht erzogen und versorgt.

7. Reinigung und Desinfektion

Die Anwesenheit des Hundes führt zu keiner Änderung des üblichen Reinigungs- und Desinfektionszyklus. Jedoch werden die Decke und der Trinkwassernapf zusätzlich von Frau Schneider einer regelmäßigen Reinigung unterzogen. Der Trinkwassernapf wird nach jeder Anwesenheit des Hundes mit Wasser und Spülmittel gesäubert. Die Decke wird alle 2 Wochen privat durch Frau Schneider in der Waschmaschine bei 60° gewaschen.

Es ist verstärkt darauf zu achten, dass die Hände aller Beteiligten (Lehrkräfte sowie Kinder) regelmäßig nach einer „Hundebesuchsstunde“ bzw. vor der Einnahme von Nahrung gründlich mit Reinigungsmitteln gesäubert und mit 1x-Handtüchern getrocknet werden.

Handdesinfektionsmittel sowie Wunddesinfektionsmittel stehen in der Schule leicht zugänglich zur Verfügung.

 

 


 

Hygieneplan der Wilhelm-Raabe-Schule für den Schulhund „Baxter“

 

1. Einleitung

Der Schulhund Baxter wird zur Tiergestützten Pädagogik an der Schule eingesetzt, um die Arbeit der Lehrer u. a. in den Bereichen Emotionalität und Sozialverhalten, Lern- und Arbeitsverhalten, Sprache und Kommunikation zu unterstützen. Der Hygieneplan hat das Ziel, eine mögliche Infektionsübertragung vom Hund auf den Menschen und umgekehrt zu minimieren.

2. Ansprechpartner

Kristina Lange

Am Atzumer Weg 16

38300 Wolfenbüttel

Tel.: 05331/905609

Mail: kristina.lange@ghs-wilhelm-raabe.versus-wf.de

3. Rechtsgrundlagen

§36 Infektionsschutzgesetz BGV C8 (UVV Gesundheitsdienst)

4. Dokumentation zum Tier

Der Schulhund Baxter wurde u. a. auch danach ausgesucht, dass Verletzungen der Schüler weitgehend auszuschließen sind. Er ist ruhig und aggressionslos und zieht sich in Bedrängnis sowie Stresssituationen zurück.

Frau Lange hat mit ihm eine einjährige Hundeschule zum „Grundgehorsam“ sowie eine Ausbildung zum „Berufsbegleithund“ besucht. Alle Schüler werden immer wieder darin trainiert, adäquat auf den Hund zuzugehen, den artgerechten Umgang zu erlernen und seine Körpersprache richtig zu deuten.

Folgende Unterlagen vom Schulhund sind stets einzusehen:

  • Tierärztliches Gesundheitsattest

  • Impfausweis

  • Entwurmungsprotokoll

  • Versicherungsnachweis


 


 

5. Zugangsbeschränkung

Der Hund erhält keinen Zugang zur Schulküche und Sanitärräumen. Der Kontakt mit Schülern mit bekannter Hundeallergie wird vermieden.

6. Anforderungen an die Tierpflege

Der Hund ist privat in die Familie mit 2 Kindern von Frau Lange integriert. Er lebt dort im Haus, nicht im Zwinger und wird artgerecht erzogen und versorgt.

7. Reinigung und Desinfektion

Die Anwesenheit des Hundes führt zu keiner Änderung des üblichen Reinigungs- und Desinfektionszyklus. Jedoch werden das Körbchen, die Decke und der Trinkwassernapf zusätzlich von Frau Lange einer regelmäßigen Reinigung unterzogen. Das Körbchen besteht aus leicht zu reinigendem Kunststoff. Es wird 1x in der Woche von Frau Lange mit speziellen Desinfektionstüchern abgewischt. Der Trinkwassernapf wird nach jeder Anwesenheit des Hundes mit Wasser und Spülmittel gesäubert. Die Decke wird alle 2 Wochen privat durch Frau Lange in der Waschmaschine bei 60° gewaschen.

Es ist verstärkt darauf zu achten, dass die Hände aller Beteiligten (Lehrkräfte sowie Kinder) regelmäßig nach einer „Hundebesuchsstunde“ bzw. vor der Einnahme von Nahrung gründlich mit Reinigungsmitteln gesäubert und mit 1x-Handtüchern getrocknet werden.

Handdesinfektionsmittel sowie Wunddesinfektionsmittel stehen in der Schule leicht zugänglich zur Verfügung.